Juni 2009
14.06.2009, KFUM Arena
KFUM Oslo - Skjetten Fotball 2:0
Tja, liebe Leute. Nach Wochen der Enthaltsamkeit meldet sich auch dieses Podium zurück. Gar nicht lange fackeln, zum kleinen Warm-Up beginnen wir mit einem kleinen Bummel nach Oslo. In weiser Voraussicht und in anbetracht eines angenehmen Wochenendes wurden schon früh, völlig unbeeinflusst von Spielplänen oder sonstigem Firlefanz, zwei verdammt günstige Flüge in der gängigen Harry-Winjnford-„Der Preis ist heiß“-Manier in die norwegische Idylle bei Sandefjord gebucht. Sandefjord-Torp steht wie so oft bei Ryanair in Verbindung mit einer Großstadt, die aber gut und gerne schon mal zwei Autostunden entfernt ist. Was also beispielsweise Hahn und Frankfurt/Main in Germany, sind hier Torp und Oslo. Erste Eindrücke von Norwegen: Zwei Sticker auf der Flughafen-Toilette, ein halb abgerissener von Ruch Chorzow, einer von Miedz Legnica/Slask Wroclaw… Anschließend bekamen wir gleich mal das erste Bündel norwegischer Kronen aus den Rippen geleiert. Umgerechnet satte 30 Euro waren es für Hin- und Rückfahrt im Bus nach Oslo, pro Kopf. Aber auch der Weg vom großen, deutlich näher bei Oslo gelegene Flughafen wäre preistechnisch nicht viel weniger gering ausgefallen. Mal davon abgesehen, konnten wir so gleich mal die herzzerreißende Landschaft begutachten.
Im Zentrum der kleinen, hübschen Hauptstadt suchten wir zunächst unsere Unterkunft, ein verhältnismäßig preiswertes Bed and Breakfast im Altbau in der City.
Von den horrenden Bierpreisen hatte ich im Vorfeld natürlich einiges mitbekommen, aber das hier fast durchweg acht Euro für den halben Liter verlangt wurden, schreckte mich gewaltig ab. Kein Wunder, dass bei zollfreien Fährfahrten die skandinavischen Passagiere hinterher nicht selten an allen Vieren aus dem Kutter geworfen werden müssen (siehe Schweden-Ausflug, Grober Schnitzer #2). Also wurde sich vorerst im Supermarkt versorgt, ehe wir doch noch in eine Lokalität mit annehmbaren Preisen einkehrten.
Abends war in der Hafengegend eine Menge los. Viele Jugendliche schwirrten umher, (Besoffene oder gar kotzende Leute hab ich übrigens kein einziges Mal gesehen). Ob die nun alle zum Nick Cave-Konzert wollten oder sie die bevorstehende Midsommernacht wuschig machte, weiß ich nicht. Eine Woche vor der kürzesten Nacht des Jahres war es hier wie allseits versprochen auch um 0 Uhr noch einigermaßen hell.
Nachdem Holmenkollen (mit gewaltiger Skisprungschanze), Oper und Karl Johans Gate (mit einigen SGD-Klebern versehen) lässig abgehakt waren, widmete ich mich doch noch dem Fußball, denn irgendwoher kam mir ein Plan der dritten Liga geflattert, der mir das einzige Spiel am Tage im Großraum Oslo anpries. Folglich an der anvisierten Metrostation raus, noch mal 15 Minuten latschen und schon baute sich vor meinen Augen dieser monströse, fünfstöckige Bau mit der gewaltigen Heimkurve auf. Okay, war dann doch leider nur eine fünfstufige, neue Holztribüne, die gut und gerne auch aus dem IKEA-Katalog stammen könnte. Gespielt wurde, wie erwartet, auf Kunstrasen. Dafür auch noch umgerechnet zehn Euro löhnen zu müssen, war schon mies, aber es gab nun eh keinen Ausweg mehr, der LP musste hier und heute fallen.
Geboten wurde ein armseeliges Gekicke vor ca. 300 Zuschauern. Da war das Wiener Würstchen, mit Ketchup beschmiert und in einen Lefser, eine Art Pfannkuchen gewickelt (die Kombination schmeckt definitiv eigenartig) noch der absolute Höhepunkt, yeah...
Nach dem Spiel ging es ganz geschmeidig eine Runde über den Oslofjord, ehe wir am nächsten Morgen zurück mussten und um ein Haar den Flieger verpasst hätten. Für den kleinen Ausflug war Oslo sicher ganz nett, angesichts des hohen Preisniveaus aber dann doch wohl eine einmalige Geschichte.
Zum GROBEN SCHNITZER #4.